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ESL 2011 Plakat-2

Organisatoren: Ulrika Pohl, Klaus Bieligk und Peter Kuhlmann 

Das Gesamtergebnis > 2.354,86 Euro < aus Spendenbüchsen, Einzelspenden und der Versteigerung wurde der UNICEF zur Verfügung gestellt.

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Die traditionelle abendliche Versteigerung hat auch die achte Auflage der Aktion "Eine Straße liest" abgeschlossen, es gibt aber noch Reste (LINK).
 

Für die werbliche Unterstützung bedanken wir uns bei:

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© Grafik - 2011 by Herb.Weisrock

Lesende Straße - abgezählt

Am ZWEITEN Samstag des November wurde zum ACHTEN Mal gelesen. In der Münz- und Puschkinstraße der Schweriner Schelfstadt. DREI Organisatoren bewegten 56 Lesende, ZWEI Zeichner und EINE Theatergruppe zu 31 Gastgebern und ungefähr 987 Schweriner wollten sich das nicht entgehen lassen. 60 Lesungen fanden statt, EINMAL fehlte der erkrankte Leser, EINMAL sprang der Joker ein, EINMAL fehlte das Publikum. VIER Urgesteine waren unter den Lesenden und 16 Neulinge, dazu EINE Schwester und EIN(E) Alias. DREI Schüler waren sicherlich die Jüngsten. Die Männer und Frauen, Journalisten und Studienräte, Präsidenten und Vize, Vorsitzenden und Initiatoren, Geschäftsführer und Direktoren, Graphiker und Grafiker, Schriftsteller und Schauspieler abzuzählen, fehlte selbst dem Autor die Geduld. Krimis und Märchen und Eigene Texte kamen ungezählt zur Verlesung, aber nur EIN einziges Gedicht. Bereits 200 Jahre liegt Heinrich von Kleist im Grabe, weniger als DREI Monate Bernhard-Victor Christoph Carl von Bülow. Eulenspiegel, mit gerade 500 Jahren auf dem krummen Buckel, wurde nicht ausgewählt. EIN Sparschwein und 35 Spendenbüchsen (VIER plus sind unsere Buchläden) sammelten rund 1.600 Euro für das Trinkwasserprojekt der UNICEF in Ostafrika. Zum ERSTEN, zum ZWEITEN, zum DRITTEN heißt es dann ab 20.00 Uhr, wenn Auktionator Klaus Bieligk seine Stimme in ungeahnte Höhen treibt und sich ZWEI Stunden lang die Bälle vom Assistenten zuwerfen lässt. Im KONTOR. Schönes und Graphisches gelangt unter den Hammer, vor Verzweifelung wird gelegentlich EIN Euro geboten, um Schauriges dalassen zu dürfen. ZWEI Elche in reinstem Weiß finden dann aber Gnade und dürfen doch noch jemanden begleiten. "Die schärfsten Kritiker der Elche – waren früher selber welche?" [ F.W. Bernstein]

Während der Auktionator genau wusste, das er Angebote aus VIER Richtungen (Weltrekord) berücksichtigen musste – und EINEN markanten Pfiff, haben die BEIDEN charmanten Kellnerinnen die Gläser Rotwein natürlich nicht abgezählt. 419 Euro. Lege den Finger auf jeden Posten? Liebe Schweriner, legen sie lieber den DREI oder VIER Nachbarn die Hand auf die Schulter, die zwar Kuchen, Rotwein, Käsehäppchen, 200 Stühle, Überstunden und die oben AUFGEZÄHLTE liebevolle und professionelle Unterhaltung gerne mitnehmen, für die hungernden Kinder in Ostafrika dann aber nur fünfzig Cent in der Tasche finden. Alle anderen freuen sich nämlich auf eine NEUNTE "Lese" (sorry, Generation Facebook zählt mit) mit dem Thema "Märchenhaftes // Wuppertal" und gar eine ZEHNTE (keine zusätzlichen Abgabe) mit "ZEHN Leser mehr". Richtiges Datum schnell ausgucken und für 2012 und 2013 fest reservieren.

- Die Spendenbüchsen, eine Einzelspende und die Versteigerung erbrachten 2.169 Euro, außerdem fanden sich 2 Zloty (= etwa 50 Cent) und ein kleines Glücksschwein.

- Klaus Bieligk, der scheinbar ewige Junggeselle, mit seinem Lebensrhythmus, der von Probenplanänderungen bestimmt wird, hat sich verliebt. Bei den Versteigerungen. In Eva*. Aus Halle. Mit einem Apfel und einem Hang zur Farbe blau. Und obwohl der Brautpreis nicht verhandelbar war, wird sie bei ihm einziehen. Noch diese Woche.
 
- Vize-OB Friedersdorff, der täglich ein Dutzend Besprechungen leitet und Dinge auf den Punkt bringt, stotterte bei seiner Einleitung. Gar fürchterlich. Diagnose: Lampenfieber. Als die ersten darüber nachdachten, wie sie wohl unauffällig entschwinden könnten, tat er das Einzige, was hilft: Anfangen. Mit Lesen. Schwungvoll. Und packend. Niemand floh.

Aus unseren sozialen Netzen kamen folgenden Tweets:

- ffazp:

Thomas Naedler hat als tönender Elefant im Porzellanladen versuchshalber einen seiner Texte als Slam Poetry vorgetragen. Das gab Beifall auf offener Szene. Mehr Gedichte sollten es sein, wenn die Straße wieder liest

- texs&mndr2n:
Flotte Flaneure unter der Novembersonne, beschlagene Scheiben schon kurz nach zwei, Zwiebelkuchen hinter der offenen Tür im Porzellanladen: Leben ist in der Münzstraße und das Publikum hat die Augen wechselnd auf die Türen und die mitgebrachten Lesefahrpläne gerichtet. Zwischen dem edlen Weiß in der Mitte der Straße ist die Aufmerksamkeit greifbar - der Applaus wie eine Erlösung. Eine Straße liest - eine Stadt hört zu.

- tpskmshs:
Lesen über Hasen und Redakteure zwischen Brautkleidern und -schleppen - das hat 'was. Danke den "Brautmoden am Dom", danke den Zuhörerinnen und Zuhörern, die sogar der lockenden Konkurrenz des lesenden Generalintendanten gegenüber im "Kontor" getrotzt haben. Schwerin hat gebrummt, geschwirrt, gelesen und gespendet: Schön war's, immer gerne wieder...

- ejksndr1w:
Das 'Kontor' ist brechend voll (von jung über mittel- bis ganz alt). Sie sind da wegen LORIOT, den sie alle im Kopf haben und im Herzen. Sie hören zu und lachen und amüsieren sich und werden immer fröhlicher, ein bisschen nachdenklich auch, zwischendurch. Sie kennen ihren LORIOT und animieren den Vorlesenden zur Zugabe weit über die Zeit  - und das macht einfach Spaß, dem Lesenden und den Zuhörenden. Alle verabreden: Im kommenden Jahr an gleicher Stelle: zwei Lesende für LORIOTs Szenen, Weiblein und Männlein  ... Eheknatsch im 'Kontor' oder so. Fröhlich geht dieses Dreiviertel der Stunde zu Ende, nur die Sammelbüchse klappert noch viel zu wenig ... oder täuscht das nur?
Wenn Sie den szenischen LORIOT für's nächste Jahr schon mal vormerken wollen - ------'Sagen Sie jetzt nichts!'

Es täuschte übrigens, diese Spendenbüchse enthielt so viele 5-Euro-Scheine (und zwei Zehner), da konnte garnichts mehr klappern.

- bkbexgh:
Gutes Zusammenspiel von Lesenden und Gastgebern. Wenn die wie Herr S. von der Gelbgießerei persönlich in der Tür stehen und die Interessierten freundlich hineinbitten, haben es die Akteure fast schon leicht, ihren Zuhörern die Spenden ‚aus der Tasche zu lesen’.

- kfjozg:
Eine wunderbare Atmosphäre. Schade, das die Münzstraße öffentlich so stiefmütterlich behandelt wird. Wie sah die Straße aus, in den 70iger Jahren. Meine Mutter ging da NIE mit mir lang. Ich gehe da spazieren und einkaufen, obwohl ich auf der anderen Seite der City wohne.

* Eine Graphik des Hallensers Dieter Gilfert.

© Grafik - 2011 by Herb.Weisrock