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... es sind noch Reste da!
Die traditionelle abendliche Versteigerung hat auch die achte Auflage der Aktion "Eine Straße liest" abgeschlossen.
Zu Gunsten des Trinkwasserprojektes der UNICEF in Ostafrika können Sie über unsere Mailadresse:
info@eine-strasse-liest.de weiter auf folgende zwei Dinge bieten:

> Milchkaffee-Set
> ein Schälchen-Set vom Vertiko

MilchKaffeeSet_kl

Zum wiederholten Male versteigert wurden unsere "Klassiker", die Gutscheine für eine Cello-Stunde, ein Set Profi-Fotos und eine Runde Segeln mit Silke. Mal sehen, wie viele Mutige diese in diesem Jahr auch wirklich einlösen.
Neu hingegen das Original einer Kinderbuchillustration in der Größe 70 x 100cm sowie der Gutschein über eine Zeichenstunde für Kinder mit der Künstlerin Ines Höfs. Auch zwei Ausstellungsobjekte des Graphikfestivals DruckStock fanden neue Besitzer, die übliche Verkaufsprovision floss dabei an unicef.

Höfs Platt
ESL Gutscheine 2011kl
Druckstock Logo

Die traditionelle abendliche Versteigerung aus zweiter Hand fand in diesem Jahr erstmalig im Kunstkaufhaus "Das Kontor", Puschkinstraße 36 statt. Dank zunächst an die Gastgeberinnen Cornelia Radsack und Marta Olejko. Schließlich ist wie früher für die weißen Brautkleider bei ModeSchulze ein vorbeischwebendes Glas Rotwein für die ausgestellten Malereien und Graphiken eine unter Umständen existenzgefährdende Herausforderung. Souverän gemeistert von der neuen ‚dritten Frau’ im Organisationsteam, Ulrika Pohl, die man auf diese Weise als charmante Kellnerin auch mal kennenlernen konnte. Die Auktionshalle war bis auf den letzten Platz so gut gefüllt, das zwischen den vorher lesenden Joachim Kümmritz und Sylvia Bleßmann kurz besprochen werden musste, wer wen evtl. auf den Schoß nimmt. Vor allem führte dies aber zu der besonderen Herausforderung für Auktionator und Assistent, dass man Gebote von vorn, hinten, der Seite und von oben (!) gleichzeitig im Auge haben musste. Zunächst Erläuterung der Versteigerungsbedingungen, über die Jahre bereits von Rechtsanwälten, die im Bundestag und im Landtag sitzen, geprüft. Drastisches Beispiel für "gekauft wie gesehen", die Käuferin hat dem Auktionsteam und dem ebenfalls anwesenden Spender das kleine, aber böse Loch in einem prachtvollen Messingteekessel längst verziehen. Die langjährige Vorsitzende der unicef-Gruppe, Barbara Seiler, erläutert die Situation in Ostafrika, die die Schwerinerinnen bewogen hat, ihre Kräfte jetzt für die Trinkwasserversorgung der Kinder dieser Region einzusetzen. Auch ihr Appell, sich noch für den Weihnachtsverkauf von unicef-Grußkarten zu melden, findet am gleichen Abend ein offenes Ohr. Dann der Mann, dessentwegen wohl die meisten gekommen sind: Klaus Bieligk vom Mecklenburgischen Staatstheater in seiner den Schwerinern seit vielen Jahren liebgewordenen zweiten Haut als Auktionator mit Spaß, Schwung und dem Blick für Gerechtigkeit. Er beginnt mit ‚schielenden Augen’, zitiert BruchSteinVerse, lässt seine Stimme steigen … und steigen und … steigen oder verzögert auch mal die Entscheidung: "Sehe ich ein Angebot von…?". Zwei Stunden Einfälle und Konzentration, nur ganz selten sein Satz "Ich sehe, das ich nichts sehe." Der Assistent assistiert, kassiert, dokumentiert, informiert. Für die ebenfalls zum Aufruf gelangenden Erzeugnisse des gerade abgeschlossenen Graphikfestivals DruckStock übernimmt allerdings Martha die Erläuterungen. Sie löst übrigens das Problem, hinter dem Auktionator zu sitzen und damit evtl. einen Nachteil bei interessanten Angeboten zu haben: mit einem markanten Pfiff. Unter den gespendeten Versteigerungsgegenständen wie immer Wunderbares und Wundersames, Praktisches und Kunstvolles, Schönes und Kurioses. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Also bietet der Assistent seit Jahren den Ausweg: "Sie können es ja nächstes Jahr wiederbringen, wenn Sie sich vergaloppiert haben". Es folgt die ‚unendliche Geschichte’ vom bulgarischen Saftservice, welches Klaus Bieligk im Wechsel Frühjahr/Herbst/Frühjahr… FÜNF Mal für soziale Zwecke versteigerte. Eine aufmerksame Teilnehmerin toppt dies bei einem mit viel Geraune begrüßten Plüsch-Elch mit dem Gebot "Ein Euro, wenn ich ihn NICHT mitnehmen muss." Und wird dabei noch um einen Euro überboten! Bieligk kassiert und zeigt sich als absoluter Meister der Situation: "Und jetzt: Gebote fürs Mitnehmen." Der Elch bringt nochmals drei Euro – und darf mit. Ist das noch steigerungsfähig? Bei Bieligk offensichtlich immer. Zweiter Elch. Zwei Euro fürs dalassen, sogar vier Euro fürs Mitnehmen. Der Assistent möge doch mal nachsehen, wie viele Elche noch draußen auf dem LKW wären. Scherz. Sorgenvolle Blicke bei der Gastgeberin, als später weitere zwei Gegenstände ein, zwei Euro in der Kategorie "dalassen" erzielen, schließlich soll das Haus Kunstvolles präsentieren. Auch dafür ist letztlich aber der Assistent zuständig.
Zwei Stunden verfliegen, 419 Euro sind die Bilanz, hinzu kommt noch eine Barspende von 50 Euro.
Ja, selbstverständlich ist die unicef zum Ausstellen von Spendenbescheinigungen berechtigt. An 365 Tagen im Jahr.

Vielen Dank, liebes Publikum. Und Willkommen zur Fortsetzung am 10. November 2012, 20.00 Uhr.
Gern können Sie auch an weiteren etwa 250 Tagen im Jahr das Kunstkaufhaus "Das Kontor" besuchen, etwa 15 Gäste haben sich allein zwischen dritter Lesung und Versteigerung sozusagen bei Coco Radsack ‚angemeldet’ – "Hier war ich ja noch nie!"

Welche Begegnungen man so erleben – oder verpassen – kann in der Kulturstadt Schwerin.